22.01.2025
Umwelt
Thailand bereitet Einführung einer CO2-Steuer vor
Nachhaltigkeit und Umweltschutz im vom Smog geplagten Land
Die CO2-Steuer basiert auf dem Verursacherprinzip („Polluter Pays Principle“), das vorschreibt, dass diejenigen, die Treibhausgase ausstoßen, für die verursachten Emissionen zahlen müssen. Die thailändische Regierung plant, den Steuersatz pro Einheit der Emissionen festzulegen (z. B. pro Tonne CO2-Äquivalent). Die Steuer kann entweder basierend auf dem Kohlenstoffgehalt von Brennstoffen (Carbon Tax) oder den gesamten Netto-Emissionen der Emissionsquelle (Emission Tax) erhoben werden.
Die CO2-Steuer ist Teil der Mechanismen zur Bepreisung von Kohlenstoffemissionen. Ziel ist es, Verursacher dazu zu bewegen, Verantwortung für ihre Umwelt- und Sozialauswirkungen zu übernehmen. Obwohl eine klare und leicht verwaltbare Besteuerung durch staatliche Stellen Vorteile bietet, ist eine sorgfältige Festlegung der Steuersätze erforderlich, um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu minimieren.
Auswirkungen der CO2-Steuer
Ökologische Veränderungen
- Reduktion von Treibhausgasemissionen
Unternehmen und Verbraucher werden motiviert, fossile Brennstoffe weniger zu nutzen und auf saubere Energien umzusteigen. - Effizientere Ressourcennutzung
Die höheren Kosten für umweltbelastende Energien führen zu einer effizienteren Nutzung von Ressourcen. - Langfristige Umweltwiederherstellung
Die Steuer kann langfristig die Luftverschmutzung mindern und zuvor geschädigte Ökosysteme wiederherstellen.
Wirtschaftliche Veränderungen
- Höhere Kosten für Unternehmen
Besonders fossile Energie abhängige Branchen werden mit steigenden Kosten konfrontiert, was sich auf die Preise von Waren und Dienstleistungen auswirken könnte. - Innovationsförderung
Unternehmen können von Investitionen in emissionsarme Technologien profitieren, was neue Möglichkeiten für eine grüne Wirtschaft schafft. - Beschäftigungswachstum
Die steigende Nachfrage nach erneuerbaren Energien und grüner Technologie könnte neue Arbeitsplätze schaffen.
Länder wie Schweden zeigen, dass CO2-Steuern erfolgreich zur Reduktion von Treibhausgasemissionen beitragen können. Seit der Einführung im Jahr 1991 konnte Schweden seine Emissionen um bis zu 25 % senken.
In Thailand existiert derzeit keine direkte CO2-Steuergesetzgebung. Stattdessen fördert die Regierung Investitionen in Projekte zur Emissionsminderung durch Steuervergünstigungen für den Handel mit CO2-Zertifikaten. Ein Beispiel ist das kürzlich erlassene königliche Dekret, das Unternehmen von der Einkommenssteuer auf Gewinne aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten befreit. Darüber hinaus erhebt Thailand bereits eine indirekte CO2-Steuer in Form der Verbrauchssteuer für Automobile.
Zukünftige Pläne
Die Regierung plant, ab dem Haushaltsjahr 2025 eine direkte CO2-Steuer zu erheben. Zunächst wird diese Steuer auf Öl und Ölprodukte angewendet, die Treibhausgase emittieren. Bestehende Verbrauchssteuern auf Diesel (6,44 Baht/Liter) und Benzin (6,50 Baht/Liter) sollen in eine CO2-Steuer überführt werden. Der geplante Steuersatz beträgt 200 Baht pro Tonne CO2-Äquivalent, was jedoch laut Internationalem Währungsfonds (IWF) nicht ausreicht, um wesentliche Umweltveränderungen zu bewirken.Darüber hinaus arbeitet Thailand an einem Gesetz über die Reduzierung von Treibhausgasen und den Handel mit CO2-Zertifikaten sowie einem Klimaschutzgesetz, das die Berichterstattung über Emissionen und den Handel mit Emissionszertifikaten vorschreibt.
Die Einführung der CO2-Steuer wird nicht nur Unternehmen, sondern auch Verbraucher betreffen. Höhere Kosten für Waren und Dienstleistungen können den Alltag verteuern. Ziel der Steuer ist es jedoch, das Verbraucherverhalten zu ändern, etwa durch die Nutzung sauberer Energien oder den Kauf von Produkten mit geringen CO2-Emissionen.
Insgesamt ist die CO2-Steuer ein entscheidender Schritt, um den Klimawandel zu bekämpfen und die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Trotz kurzfristiger Belastungen für Verbraucher und Unternehmen können die langfristigen Vorteile in Form eines nachhaltigeren Wirtschaftssystems und einer gesünderen Umwelt nicht übersehen werden.
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