Scharlach-Ausbruch unter russischen Touristen in Thailand - Reisenews Thailand
Unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende
aktivJetzt registrieren
27.03.2025

Scharlach-Ausbruch unter russischen Touristen in Thailand

Angst, abgesagte Ausflüge und Druck auf das Gesundheitssystem

Scharlach-Ausbruch unter russischen Touristen in Thailand - Reisenews Thailand - Bild 1

Ein Scharlach-Ausbruch unter russischen Urlaubern hat in mehreren beliebten thailändischen Ferienorten für erhebliche Verunsicherung gesorgt. Seit Kurzem mehren sich die Berichte über erkrankte Touristen in Pattaya und Phuket, darunter sowohl Erwachsene als auch Kinder. Die thailändischen Gesundheitsbehörden sowie lokale Ärzte schlagen Alarm – nicht nur wegen der steigenden Zahl an Infektionen, sondern auch wegen der Auswirkungen auf das Reiseverhalten und die Stimmung unter den Urlaubern.

Viele Betroffene berichten von heftigen Symptomen: hohes Fieber um die 40 Grad Celsius, schmerzhafter Husten, starke Halsschmerzen sowie typische, teils großflächige Hautausschläge. Auch die Zunge kann betroffen sein – sogenannte „Himbeerzunge“ ist eines der typischen Anzeichen. Die Krankheit, die als hoch ansteckend gilt, wird lokal mit Antibiotika behandelt, was bei frühzeitiger Diagnose meist zu einer vollständigen Genesung führt, sofern man keine Antibiotika-Unverträglichkeiten oder Resistenzen hat..

In der Folge der aktuellen Krankheitswelle bleiben viele Touristen aus Angst vor Ansteckung freiwillig in ihren Hotelzimmern. Zahlreiche Ausflüge wurden abgesagt, touristische Aktivitäten weitgehend eingestellt. Besonders russische Urlauber, die traditionell zu den größten Besuchergruppen in Thailand zählen, haben sich zurückgezogen und meiden derzeit öffentliche Orte.

Scharlach-Ausbruch unter russischen Touristen in Thailand - Angst, abgesagte Ausflüge und Druck auf das Gesundheitssystem Bild 2
Die statistische Entwicklung ist alarmierend: Bereits im ersten Quartal 2025 wurden landesweit 455 Fälle von Scharlach registriert – eine Zahl, die bereits jetzt nahe an den Jahresdurchschnitt von etwa 600 Fällen der vergangenen fünf Jahre heranreicht. Damit zeichnet sich eine ungewöhnlich starke Häufung ab. Bereits Anfang März wurde ein größerer Scharlach-Ausbruch an einer Schule in Bangkok bekannt, was die Aufmerksamkeit der Behörden auf das Infektionsgeschehen lenkte.

Einige Urlauber äußerten bereits die Absicht, ihren Aufenthalt abzukürzen oder künftige Reisen nach Thailand zu überdenken. Andere beschränken sich auf ihre Hotelanlagen oder ziehen sich gänzlich aus dem öffentlichen Raum zurück. Der psychologische Effekt auf das Urlaubsverhalten ist deutlich spürbar – insbesondere, da Scharlach selten mit Asienreisen in Verbindung gebracht wird und die aktuelle Lage für viele völlig überraschend kommt.

Die thailändischen Gesundheitsbehörden arbeiten nun unter Hochdruck an der Eindämmung des Ausbruchs. Neben gezielter Aufklärung in touristischen Zonen sollen auch verstärkte Hygienemaßnahmen in Hotels, Restaurants und auf Ausflugsbooten eingeführt werden. Der plötzliche Anstieg der Fallzahlen wirft allerdings Fragen auf: über die generelle Gesundheitsvorsorge im Tourismus, über Reaktionsgeschwindigkeit und auch über die Transparenz von Meldesystemen.

Fest steht: Die Scharlach-Welle trifft Thailand nicht nur medizinisch, sondern auch wirtschaftlich. Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, drohen langfristige Schäden für das Image als sicheres und attraktives Reiseziel – besonders unter Familien und Gesundheitstouristen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Maßnahmen der Behörden greifen – oder ob aus einem medizinisch beherrschbaren Infektionsgeschehen ein größerer, tourismuspolitischer Krisenfall wird.

Was ist Scharlach?

Scharlach-Ausbruch unter russischen Touristen in Thailand - Angst, abgesagte Ausflüge und Druck auf das Gesundheitssystem Bild 1
Scharlach ist eine akute bakterielle Infektionskrankheit, verursacht durch bestimmte Streptokokken (Gruppe A). Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektion – also beim Husten, Niesen oder engen Körperkontakt. Besonders häufig tritt die Krankheit bei Kindern auf, kann aber auch Erwachsene betreffen. Die Inkubationszeit beträgt typischerweise zwei bis vier Tage. Eine Impfung gibt es nicht, da es sich um eine bakterielle Erkrankung handelt.

Die Symptome sind charakteristisch: ein plötzlich auftretendes hohes Fieber, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und ein roter, fleckiger Ausschlag, der meist auf Brust, Bauch und Leisten beginnt. Auch die „Himbeerzunge“ – eine gerötete, geschwollene Zunge – ist typisch. Obwohl Scharlach früher mit schwerwiegenden Komplikationen verbunden war, ist die Erkrankung heutzutage mit Antibiotika gut behandelbar. Unbehandelt kann es jedoch zu Folgeerkrankungen wie Mittelohrentzündung, Nierenentzündung oder rheumatischem Fieber kommen. Eine Impfung gegen Scharlach existiert bislang nicht.

Die schnelle Ausbreitung der Krankheit unter Touristen hat inzwischen auch zu einem massiven Vertrauensverlust bei Reisenden geführt. Viele fürchten, sich beim Sightseeing, in Restaurants oder auf belebten Stränden anzustecken. In sozialen Netzwerken und Telegram-Kanälen wie „SHOT“ berichten Betroffene von ihrem Leidensweg, was die allgemeine Nervosität weiter anheizt.
Diese Seite verwendet
Stock images by Depositphotos
Diese Seite Teilen: